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Dezember 2015

Hornhaut: Mini-Implantat erspart kompletten Austausch

Die Hornhaut ist sozusagen die Windschutzscheibe und der vordere Abschluss des Auges. Wie bei jeder Glas- oder Frontscheibe ist scharfes Sehen nur dann möglich, wenn die Hornhaut klar und durchsichtig ist. Erkrankt das „Fenster des Auges“ irreversibel, beispielsweise durch genetische oder altersbedingte Faktoren oder durch Entzündungen und Infektionen, trübt sich die Hornhaut ein und klares Sehen wird unmöglich. Dann hilft nur eine Hornhauttransplantation. Sie ist mit etwa 5.000 Eingriffen pro Jahr die häufigste Gewebetransplantation beim Menschen. Heute gibt es ein neues Verfahren, das auch in der ARTEMIS Klinik erfolgreich eingesetzt wird. Dabei transplantieren Augenchirurgen nur eine dünne Teil-Schicht der Hornhaut und ersparen so dem Patienten einen Austausch der gesamten Hornhaut. Das sogenannte DMEK-Verfahren (Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty) hat weniger Nebenwirkungen. Oft erreichen wir bereits einige Tage nach dem Eingriff eine Sehstärke ohne Brille von etwa 50 Prozent, die sich in den Wochen nach der Operation weiter bessert. Beim herkömmlichen Verfahren dauert die Heilung bis zu eineinhalb Jahre. Das Verfahren ist zudem nebenwirkungsarm, denn es treten 15-Mal seltener Abstoßungsreaktionen auf als bei kompletten Transplantationen. Ebenso entfallen die früher oft störenden Hornhautverkrümmungen, da nun nicht mehr genäht werden muss. Das DMEK-Verfahren führt in der Regel zu einer nahezu vollständigen Wiederherstellung der Sehschärfe mit einer ausgezeichneten Langzeitprognose.